Libelle des Jahres 2026

Überlebenskünstlerin bei Minusgraden: Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca)

Libellen im Winter? Warum nicht. Die Gemeine Winterlibelle überdauert – mit ihrer seltenen Schwester, der Sibirische Winterlibelle – als einzige einheimische Libellenart die kalte Jahreszeit als flugfähiges Tier. Während alle anderen Libellenarten als Ei oder Larve überwintern, nutzen Winterlibellen dank eines integrierten Frostschutzes eine andere Überlebensstrategie. Dabei überstehen sie sogar deutliche Minusgrade. Aufgrund ihres von allen übrigen Libellenarten abweichenden Lebenszyklus’ können die beiden Winterlibellenarten ganzjährig nachgewiesen werden.

Nun wurde die Gemeine Winterlibelle zur Libelle des Jahres gekürt. Sie gilt in Baden-Württemberg als ungefährdet, dennoch bekommt sie diesen Titel zugesprochen. Mit ihrer Wahl soll darauf hingewiesen werden, dass Libellen nicht nur an Gewässern vorkommen, sondern auch Landlebensräume nutzen, die es zu schützen gilt.

Die Gemeine Winterlibelle besiedelt ein breites Spektrum verschiedenster Gewässertypen mit ausgeprägter Ufervegetation. In der Natur ist diese Kleinlibelle leicht zu übersehen. Mit ihrem unauffälligen Kleid – graubraun, mit dunkler, bronzefarbener Rückenzeichnung – ist sie schwer in der Vegetation und am Gewässer zu entdecken. Männchen und Weibchen sehen sich zum Verwechseln ähnlich.

Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen den Frühling einläuten, erscheinen die ersten Tiere am Gewässer, meist schon Ende März / Anfang April. Dann sind Paarungsräder und Eiablagen zu beobachten. Nach etwa drei Monaten schlüpft dann die neue Generation, die dann bis in den November hinein fliegt, bis die Tiere in die Winterstarre fallen.

Die kalten Wintermonate verbringt die Gemeine Winterlibelle an geschützten Orten wie kleinen Lichtungen mit altem Gras oder ausgedehntem Röhricht an naturnahen Gewässern.

Also, Augen auf bei der nächsten Schneeballschlacht.