Drastische Kürzungen der Naturschutzmittel in Baden-Württemberg

Das Artensterben schreitet weltweit kontinuierlich voran und wird derzeit noch durch den zunehmend rascheren Klimawandel beschleunigt.

Auch in Baden-Württemberg ist die Situation für viele Arten extrem prekär und verschlechtert sich zunehmend. Sehr viele naturschutzfachlichen Besonderheiten sind in unserer mitteleuropäischen Kulturlandschaft ohne nennenswerte natürliche dynamische Prozesse auf angepasste Pflege- und Gestaltungsmaßnahmen ihrer Lebensräume angewiesen. Sei es die extensive Mahd oder Beweidung mageren Grünlands unterschiedlicher Feuchtestufen für viele Pflanzen, Bienen, Schmetterlinge und Vögel, eine die Bedürfnisse der darin lebenden Arten wie Bachmuschel, Libellen oder Steinkrebse berücksichtigende Pflege und Unterhaltung kleiner Fließgewässer, die Offenhaltung und Wiederherstellung von Kleingewässern für gefährdete Amphibien- und Libellenarten und viele weitere spezielle Maßnahmen.

Viele dieser Pflegemaßnahmen sind Daueraufgaben, deren Aussetzung unmittelbar zu einer Verschlechterung der Situation für die betroffenen Lebensräume und Arten führt.

Die laufenden Pflegemaßnahmen basieren auf dem Einsatz sehr vieler engagierter  Menschen, die für ihre Leistungen von der öffentlichen Hand finanziert oder – zumindest finanziell unterstützt werden.

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit erfolgten 2026 in Baden-Württemberg drastische und kurzfristige Kürzungen der Naturschutz-Mittel, die nun für die erforderliche Betreuung einschließlich der Pflege- und Gestaltung von Lebensräumen vieler gefährdeter Pflanzen- und Tierarten fehlen. Dies betrifft auch Lebensräume mehrerer Libellenarten im Artenschutzprogramm, darunter u.a. Vorkommen von Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale), Gebänderter Heidelibelle (Sympetrum pedemontanum) und Sumpf-Heidelibelle (Sympetrum depressiusculum). Darüber hinaus haben die Kürzungen auch für die meisten Naturschutzgruppen, manche freiberuflichen Gutachter und insbesondere viele auf Arten- und Biotopschutz spezialisierte Landwirte und Landschaftspflegebetriebe einschneidende wirtschaftliche Konsequenzen, die dadurch teilweise in der Existenz gefährdet sind und zwar umso mehr, je stärker sie sich auf den Naturschutz als Partner eingelassen haben.

Um dem weiteren Artenschwund entgegenzutreten, müssen die für die Biotop- und Artenschutzmaßnahmen erforderlichen Mittel noch in diesem Jahr bereitgestellt und auch zukünftig eine verlässliche Finanzierung gewährleistet werden!

Wir bitten Sie/Euch deshalb alle darum, die Petition der Allianz für Artenvielfalt unter folgendem Link durch Ihre/Eure Unterschrift zu unterstützen:

https://allianz-fuer-artenvielfalt.de/forderungen.php

Die Petition darf auch sehr gerne an weitere Interessierte weitergeleitet werden.